Glacier Country

Franz Josef (Sa. 15.05.)
Eine der geradesten Straßen, die ich je gesehen und befahren habe, führte uns vorbei an zahlreichen Schafswiesen und malerischen Kornfeldern geradewegs auf eine riesige, schwarze Wand von Berg zu.
Hätten fiese, dunkle Regenwolken die grellen Sonnenstrahlen versteckt, wäre es direkt unheimlich gewesen – aber so, fragte man sich einfach nur, wo sich die Straße durch die mit schneebedeckten Gipfeln versehene Bergkette entlang schlängeln würde und staunte.
Ich erinnere mich gar nicht mehr, ob sich der Berg spaltete und wir von Felswänden umzingelt nach Franz Josef gelangten, oder ob man die massive Bergkette umfahren musste – woran ich mich jedoch erinnere, ist, dass wir glücklich, aber ein wenig enttäuscht in dem wirklich sehr, sehr kleinen Dorf ankamen.
Auf Grund des nahegelegenen Gletschers, war ich der Meinung, dass Franz Josef ein von Touristen nur so heimgesuchter und überlaufener Ort sei, dass man es nicht dort nicht lange aushalte.

Letzteres stimmte! Allerdings nur, weil es wirklich nichts anderes, als die schneebedeckte Gletscherzunge zu sehen gab.
Nachdem wir uns also in dem Nichts umgesehen haben, sind wir einer Stichstraße folgend zum Parkplatz des Gletschers gefahren. Schilder am Seitenrand der Stichstraße verrieten uns, dass der Gletscher vor über 500 Jahren weit aus größer, dicker und mächtiger war, als heute – soviel zum Thema „global warming“.
Auf ging’s zum Gletscher – beziehungsweise zur Plattform, von welcher man die vielleicht 100 bis 200m entfernte Gletscherzunge betrachten und fotografieren konnte.
Näher durfte man ohne Führung leider nicht heran.
Nach fotografischem Festhalten des Gletschers, der Umgebung und von uns, machten wir noch zwei kurze Walks.
Der „Peter’s Pod Walk“ eröffnete uns einen kleinen Teich, in dem sich der Franz Josef Gletscher in seiner vollkommensten Pracht gespiegelt zeigte.

Auf einer Bank legten Kristin und ich einige akrobatische Kunststücke hin, um den Originalgletscher und sein kaum unterscheidbares Spiegelbild im Teich, möglichst wahrheitsgetreu einzufangen.
Gegen 15:30 Uhr verließen wir Franz Josef und machten uns auf den Weg zum zweiten von Neuseelands berühmten Gletschern – FOX.

Fox Glacier (Sa. 15.05. – Mo. 17.05.)
Nach einer halben Stunde Fahrt, kamen wir in „Fox Glacier“ an.
Nachdem ich ja nun schon in Franz Josef gesehen habe, wie klein so ein Gletscherdorf sein kann, wunderte es mich nicht, dass Fox Glacier nicht wirklich größer war.
Aber immerhin gab es hier heiße Pies.
Richtig leckere Blätterteigtörtchen!
Und Keas, diese kleinen, frechen Bergpapageien haben wir auch gesehen und gehört – auf Bäumen sitzend, in die Menge schreiend. Witzig! =)

Gegen Abend beklebten wir noch die andere Seite unseres Vans mit „4 Sale“ und unserer Handynummer, aßen Reis mit (ekeliger) süß-sauer Sauce und bereiteten uns auf unsere morgige Gletscherwanderung auf dem FOX vor!

Am Sonntagmorgen um 8:30 Uhr versammelten sich alle Teilnehmer der Gletscherwanderung im Fox Souvenircenter und warteten darauf, mit festen Wanderschuhen, Regenjacken und allen anderen wichtigen Materialien ausgestattet zu werden.
Mit Bussen sind wir zum Parkplatz des Fox Glaciers transportiert wurden, haben auf dem Weg dorthin schon einige interessante und wissenswerte Dinge über die eisigen Riesen erfahren und wurden am Parkplatz in zwei etwa gleichgroße Gruppen eingeteilt.
Zuerst hieß es etwa 1000 Stufen durch einen neben den Gletscher gelegenen Regenwald zu bezwingen...das allein dauerte bestimmt schon 1 ½ Stunden.
Als wir dann soweit oben waren, dass wir den Gletscher betreten konnten, wurden uns Alpenstöcke ausgehändigt und Pickel um die Schuhsohlen geschnallt.
Dann musste man noch waagerecht an einem Steilhang auf die andere Seite des Berges klettern und los konnte es gehen.
Unser Guide ging vorweg und zerhakte das Eis des Geltschers, azurblau und durchsichtig bis auf den kleinsten Wasser/Eistropfen, in stufenartige Blöcke, damit man auch einigermaßen festen Boden unter sich hatte.
Ich hätte es ja spannender gefunden, wenn man sich seinen eigenen Weg hätte zu Recht hämmern können, aber dann wäre der Gletscher wahrscheinlich nach und nach deformiert worden.
So stapften wir ca. 30 bis 40 Minuten unserem Guide hinterher, bewunderten die Eishöhlen innerhalb des Gletschers und waren ein bisschen traurig, dass wir nur auf dem Gletscher wandern durften und nicht durch ihn hindurch.
Auf dem Rückweg ging es dann wieder die 1000 Stufen des Regenwaldes hinunter zum Parkplatz.
Um ca. 13 Uhr waren wir zurück im Versammlungshaus, legten unsere Ausrüstung ab und bekamen ein persönliches Zertifikat als Überlebender einer Wanderung auf dem Fox Gletscher Neuseelands.
War ein wirklich super tolles Abenteuer!

Nachdem wir uns von unserem Trip erholt und eine kleine Stärkung zu uns genommen hatten, ging es weiter zum Lake Matheson.
In ihm sollten sich bei gutem, wolkenlosem Wetter Mt. Cook und Mt. Tasman glasklar spiegeln.
Obwohl der Himmel nur so mit Wolken übersäht war, konnten wir tolle Spiegelfotos festhalten.
Ursprünglich war geplant am Lake Matheson trotz Verbotsschilder zu übernachten – allerdings gab es dort sooo viele Sandflys, dass wir zurück nach Fox fuhren und uns an unseren alten Platz stellten.

Am Montagmorgen, nachdem Kristin mit ihrer Mama telefoniert hat und wir für teure $ 1,34 pro Liter getankt haben, sind wir dem Highway 6 Richtung Haast gefolgt.
In Haast war eigentlich ein Stopp von mindestens einer Nacht geplant. Da die „Stadt“ (so groß wie ne kleine Wohnsiedlung) aber wirklich gar nichts Interessantes zu bieten hatte, haben wir nur Souvenirs angeguckt und sind gegen 14 Uhr weiter Richtung Wanaka gefahren.

Auf dem Weg dorthin haben wir bei den Thunder Creek Falls die aus einem Felsloch fallenden Wasserfälle bestaunt und sind auf Steinen im Fluss rumgekrakselt.
Danach haben wir bei den Gates of Haast gehalten, zehn Minuten später bei den Fantale Falls und der letzte Stopp waren die Blue Pools. Die Blue Pools haben mir am besten gefallen. Richtig super schöne, knallblaue Wasserbecken inmitten eines Flusses.

Ganz bis nach Wanaka wollten wir nicht mehr fahren, sodass wir uns hinter Makaroa, am Rande des Highway 6,
in einer Camping Area niederließen, wo man eigentlich $ 6,- pro Person zahlen sollte…=)

Um 21 Uhr haben wir dann aber auch freiwillig und noch dazu im Höchsttempo den Camping Platz verlassen:
Unser Van wurde von Außen UND INNEN von Streifenhörnschen/ Wüstenmäusen/ Oppossums oder irgendetwas in der Größenordnung attackiert. Eines war sogar auf unserem Bett und ist von meinem rechten Ohr ans linke Ohr gewandert!!! HERZRASEN BIS ZUM ANSCHLAG!
Ich dachte wirklich ich dreh am Rad! War dann allerdings erleichtert, dass Kristin auch etwas davon mitbekommen hat und wir uns einig waren die Nacht woanders zu verbringen…

16.9.10 14:44

Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen


Werbung