Ankunft auf der Suedinsel

So. 18.04. - Mo. 19.04. Picton
Mo. 19.04. - Fr. 23.04. Nelson
Die ersten Tage auf der Suedinsel

Am Montag, den 19.04. haben wir Picton auch schon wieder verlassen.
Ein freundlicher Anwohner hat uns noch unsere Wassercontainer und Flaschen aufgefuellt, wir waren noch 30 Minuten kostenfrei im Internet und haben uns gegen Mittag entschieden unsere geplante Jobsuchein Nelson zu beginnen.
So sind wir ca. 2 Std. den Queen Charlotte Drive entlang nach Nelson gefahren, hatten super schoenes Herbstwetter und beste Laune...das war doch ein super Start fuer die Suedinsel...dachten wir zumnindest...bis...
Ernsthafte Probleme mit Luke

Die Fahrt nach Nelson war problemlos...bis wir das Ortsschild passierten - da ging dann naemlich ploetzlich gar nichts mehr. Wie auf Knopfdruck ging der Motor aus...und sprang auch nicht mehr wieder an.
Zusammen mit einem Taxifahrer, durfte ich den Van dann an den Strassenrand schieben, waehrend Kristin lenkte.
Nach weiteren Versuchen unseren Luke zu starten, haben wir uns hilfesuchend in der Info und an der Tankstelle nach einer Werkstadt erkundigt, die naechstliegenste aufgesucht und dort unser Problem geschildert.
Der eine Mechaniker hat uns dann zurueck zum Van begleitet und selbst noch einmal versucht, den Motor zumm Laufen zu kriegen - vergebens.
Es blieb keine andere Wahl, als abzuschleppen. Der Mechaniker holte dann sein Auto und ein (sehr, sehr aaltes und poroes aussehendes) Seil, befestigte es, erklaerte Kristin, wie sie die Pedale und das Lenkrad bedienen sollte und schleppte uns die 150m zur Werkstadt ab.
Auf der Auffahrt ist dann das zu erwartende eingetroffen:
das alte Seil riss und liess den Van verhungern.
Ich also ausgestiegen und mit zwei weiteren Mechanikern den Van in die Werkstatt geschoben.
Kristin und ich waren begeistert: erst saeuft unser Auto ab und springt nicht mehr an und dann kriegt es ein MECHANIKER noch nicht mal hin, ein funktionstuechtiges Seil zu organisieren!

Nach einer Weile warten, bekamen wir dann auch noch zu hoeren, dass es um unseren Van nicht gerade gut stand. Im Gegenteil: Der cam belt (Noppen-Zahnriemen) sei gerissen.
Nun, so der Mechaniker, gibt es drei Moeglichkeiten.
a) wir benoetigen lediglich einen neuen cam belt (sehr unwahrscheinlich, da meistens der Motor bei so einem Riss verschmutzt und mitbeschaedigt wird)
b) wir brauchen einen neuen Header (Zylinderkopf?) (wahrscheinlicher)
c) wir brauchen einen neuen Motor
Die Varianten a und b waeren dabei vom Preis her ungefaehr aehnlich – um und bei $ 2000!!!
Scheisse! Wir hatten schon $ 4000 fuer den Van bezahlt, haben zu Beginn unserer Reise zwei neue 2nd Hand Reifen fuer je $ 50 gekauft, mussten unterwegs im Norden einen Reifen fuer $ 20 flicken lassen, hatten einen Oel-Wechsel mit neuem Filter fuer
$ 100 und sollten jetzt noch mal so viel Geld in den Van stecken?!
Aber was anderes blieb und eigentlich nicht uebrig. Andernfalls waeren die oben aufgezaehlten Kosten und Reparaturen voellig umsonst gewesen und wir haetten mal eben ca. $ 4250 komplett verloren! Mit neuem Cam belt / Header oder 2nd Hand Motor haetten wir wenigstens die Moeglichkeit einen grossen Teil des Geldes beim Verkauf des Vans in Christchurch wieder rein zu kriegen...

Bevor uns jedoch genau gesagt werden konnte, was denn nun die billigste oder beste Loesung sei, was repariert oder ersetzt werden muesste und wie lange das dauern wuerde, sollte ein Spezialist sich unseren Luke am naechsten Tag genauer angucken.
In der Zwischenzeit haben wir versucht uns gegenseitig aufzubauen, uns einzureden, dass es vllt. doch nicht so teuer wird, uns in Erinnerung gerufen, dass wir echt Glueck hatten, dass der Motor-Breakdown in einer Stadt mit Werkstadt passiert ist und nicht in der Walapampa.

Am Dienstag kam dann der Spezi, hat sich alles genau angeguckt und einen Kostenvoranschlag erstellt.
Variante a) ein neuer Cam belt fiel flach.
Ein neuer Header wuerde $ 2270 kosten und ein neuer 2nd Hand Motor $ 2200.
Er riet uns jedoch zu einem neuen Header, da man bei einem 2nd Hand Motor nie genau weiss, wie viel km der schon runter hat und wann der als naechstes Spackungen haben wird.
Ein neuer Header hingegen ist eben neu und Luke waere spaetestens Freitagmittag fertig.
Sind trotzdem $ 1135 pro Nase – also ca. 600 Euro fuer jeden. Super! So viel hatten wir gerade noch fuer unsere letzten 8 Wochen in NZ uebrig...
Aber wie gesagt, eine andere Option, als den Van zu reparieren, kam nicht in Frage.
So wurde Luke in die Werkstadt des Spezis transportiert und auseinander genommen.

Am Mittwoch schien das Glueck dann wieder auf unserer Seite zu sein: Wir bekamen die gute Nachricht, dass es doch nicht so schlimm sei, wie zuerst befuerchtet.
Ein neuer Header sei gar nicht noetig – Erstatzteile, wie neuer cam belt und neue Ventile wuerden ausreichen! Cool!! Das machte die ganze Sache um ca. $ 500 billiger
Der Spezi war wirklich nett. Er gab sich nicht nur Muehe es fuer uns so guenstig wie moeglich zu machen, er erlaubte uns auch nachts im Van zu schlafen, versorgte uns morgens mit leckerem Instant Coffee und schenkte uns einen Abend sogar eine Pizza. =)
Selbst die Werkstatt Toilette fuer die Nacht und sein Bad mit Dusche, stellte er uns zur Verfuegung!

Am Donnerstagabend war Luke repariert! Kosten: $ 1704,72!Zwar immer noch recht teuer, aber wenigstens um einiges guenstiger, als der erste Kostenvoranschlag.
Nach getaner Arbeit goennte sich unser Spezi das ein oder andere Bier und wir saeuberten unseren wieder einsatzbereiten Van mit Wasserschlauch, heissem Wasser und Schwaemmen von Aussen!
Blitze-blank und sitchbar weiss stand unser lieber Luke dann vor uns So kann er sich sehen lassen.
Geteiltes Leid ist halbes Leid

An unserem zweiten Tag in Nelson, waehrend sich der Spezi den Schaden des Vans genauer ansah, unterrichteten wir unsere Familien und Freunde ueber den Fall “Luke” via email. Die oertliche Buecherei bot naemlich wieder bis zu einer Std. kostenfreies Internet
In der Buecherei haben wir auch zwei deutsche Maedels kennengelernt. Harmke und Laura aus Flensburg sind genauso alt, wie wir, reisen ebenfalls durch Neuseeland und hatten aehnliches Pech wie wir...
Auch ihr Auto befand sich in einer Werkstatt, war vor Nelson liegen geblieben.
Ein Leck im Kuehlwassertank, wodurch wahrscheinlich auch der Motor beschaedigt wurde, hatte zur Folge eine Werkstatt in Nelson aufzusuchen und in der Buecherei auf einen Anruf ihrer Mechanikers zu warten.
So tauschten wir uns aus, lenkten uns gegenseitig ab und vergassen sogar fast, dass der bloede Autokram fuer uns alle nicht gerade billig sein wuerde.
Als Harmkes und Lauras Typ dann anrief, begleiteten wir die beiden zu ihrem Kombi.
Es gab schlechte Nachrichten: Der Motor hatte grossen Schaden genommen, eine Reparatur wuerde ca. $ 600 kosten.
Harmke und Laura hatten ihr Auto fuer gerade mal $ 1000 gekauft und sahen nicht ein, so viel in ein so altes Auto zu stecken, waren sie doch nur noch 5 Wochen in NZ.
Ohne Reparatur sei das Auto allerdings noch hoechstens $ 80 wert – wenn ueberhaupt.
Letztendlich entschieden sie sich das Auto fuer $ 80 an den Mechaniker zu verkaufen, packten ihr Zeug (Campingkocher, Decken, Backpacker etc.) zusammen und Kristin und ich halfen, die Sachen zu ihrem Hostel zu bringen.
Dort wurden dann erst mal Plaene geschmiedet; die Optionen, die Harmke und Laura hatten aufgelistet und trotz verzweifelter Grundstimmung viel gelacht.

Als Kristin und ich dann am spaeten Nachmittag den ersten Kostenvoranschlag fuer die Reparatur unseres Vans bekommen haben, waren auch wir leicht down.
Es tat aber wirklich gut Leidensgenossen zu haben, die uns ablenkten, ihre Meinung als Entscheidungshilfe mitteilten und uns davor bewahrten uns gegenseitig dumm anzumachen oder in Selbstmitleid zu verfallen.
Wir verstanden uns super gut mit den beiden, waren erleichtert unser Problem nicht alleine ueberstehen zu muessen und beschlossen eine Nacht in dem gleichen Hostel zu verbringen, wie Harme und Laura.
So teilten wir uns also einen 8 Bed Dorm in “The Bug”, assen zusammen zu Abend und plauderten bis in die Nacht hinein.
Irgendwann ueberkam uns dann aber doch der Stress des Tages und wir vielen alle in tiefe Traeume...jedenfalls voruebergehend.
Auf Grund eines schnarchenden Bettnachbarn, der sich mit seiner Begleiterin noch spaet abends in unseren 8 Bed Dorm gebucht hatte, war die Nacht eher kurz.

Der Mittwochmorgen startete mit selbstgebackenem Hostelbrot (natuerlich weiches Weissbrot) und guten Nachrichten fuer unsere Flensburger-Maedels.
Der Mechaniker konnte das Leck im Kuehlwassertank reparieren und hat herausgefunden, dass der Motor doch nicht so stark beschaedigt wurde – lediglich ein Stecker war nicht da, wo er hingehoerte.
Wenn sie wollten, koennten sie das Auto fuer $ 500 Reparaturkosten zurueck haben.
Nach schnellen Hochrechnungen entschieden sich die beiden, die $ 500 doch zu investieren. Wahrscheinlich war das auch die beste und guenstigste Wahl, denn so konnten sie ihren Campingkram behalten, weiter im Auto schlafen und mussten sich keine Sorgen darum machen, wie sie von einem Ort zum naechsten kaemen.
Bloed war allerdings, dass Laura schon die Faehre von Picton nach Wellington umgebucht hatte, sprich denen mitgeteilt hatte, dass sie die Meerueberquerung nun ohne Auto antreten wuerden.
So musste sie bei der Interislander Faehre anrufen, die aktuellsten Aenderungen bekannt geben und noch einmal $ 100 drauf zahlen...
Da die Faehre auch schon am Donnerstag abfahren wuerde, verliessen Harmke und Laura Nelson gegen Mittag – in der Hoffnung sicher und heil in Picton, Wellington und spaeter dann in Auckland anzukommen – moeglichst mit funktionierendem Auto.
Wir druecken die Daumen! =)

Freitag solte es auch fuer uns wieder weiter gehen.
Nachdem wir unseren Spezi bezahlt hatten, ihm zum Dank einen 6 Pack Bier schenkten und uns auch bei der anderen Werkstatt mit Keksen und Schokolade verabschiedeten, starteten wir den Motor und fieberten unserer zweiten Jobsuche in Neuseeland entgegen. Irgendwie mussten wir das Geld fuer die Van-Reparatur ja wieder rein kriegen!
Sonstiges
·         Als wir unseren Van am Montag, kurz nach Ankunft in Nelson, sicher zur Werkstadt geschoben haben und uns waehrend der Inspizierung Nelson angucken wollten, vermisste Kristin ihr Portemonnaie.
Weder in ihrer Handtasche, noch in Hosentaschen oder anderswo im Van war es zu finden.
Sie musste es in Picton in der Buecherei vergessen haben!
Das fehlte gerade noch! Hatten ja sonst keine Probleme! Wenn schon Pech, dann auch richtig!
Kristin hat dann sofort in der Pictoner Buecherei angerufen und sich vergewissert, dass ihr Portemonnaie mit Kreditkarte, Paessen etc. gefunden und sicher verwahrt wurde.
Gluecklicherweise war das der Fall!
So hatten wir die naechsten Tage neben dem Problem mit Luke auch noch die Aufgabe uns Gedanken darueber zu machen, wie wir wieder nach Picton kommen, um Kristins Portemonnaie abzuholen.
Der Van war kaputt, Busfahren war zu teuer – blieb nur noch Hitchhiking!
Unser Spezi riet uns davon allerdings ab – empfiehl uns stattdessen das Portemonnaie per Kurier schicken zu lassen; wuerde nur einen Tag dauern.
Alles klar. Ist zwar ein bisschen riskant, weil man so wertvolle Papiere eigentlich versichern lassen muesste, was Krstin nicht vorhatte, aber es schien die beste, guenstigste und vor allem schnellste Loesung zu sein.
So rief Kristin wieder in der Buecherei an, erzaehlte der Dame am Aparat unseren Plan. Doch pleotzlich hies es, dass dort kein Portemonnaie sei und auch niemand etwas davon gesagt habe.
Kristin war echt verzweifelt! Konnte doch nicht sein, dass ihr Portemonnaie ploetzlich wieder weg ist.
Nach 10minuetigem Gelabere, stellte sich heraus, dass Kristin zur Buecherei in Blenheim durchgestellt wurde und nicht nach Picton! Kein Wunder, dass in Blenheim niemand etwas von einem vermissten Portemonnaie gehoert hatte.
Netterweise kuemmerte man sich aber in Blenheim darum, die Picton Library zu informieren und zu veranlassen, dass das Portemonnaie per Kurier zu unserem Spezi nach Nelson geschickt werden wuerde.
Am Donnerstagmorgen hielt Kristin dann auch schon ihr Portemonnaie in den Haenden – und das sogar ohne auch nur einen Cent bezahlt zu haben – die Picton Library uebernahm alle Kosten! Doppeltes Glueck! Und vor allem totale Erleichterung!
·         Ich bin jetzt AA (neuseelaendischer ADAC) Mitglied.
Und das sogar kostenlos, weil ich Mitglied beim ADAC bin =)
So konnten wir uns an verschiedenen Karten von Sued-und Nordinsel bedienen und haben bis zu 6 Abschleppdienste bei Motorbreakdown inklusive.
Kann ja nicht schaden =)
·         Meine Haare waren mal wieder zu lang - ein Haarschnitt mehr als ueberfaellig.
In Nelson sass ich dann eine Std. beim billigsten Friseur, den ich gefunden habe (ca. Euro 10 - dry cut) und hab die bloede Friseurin so lange mit meinen Vorstellungen genervt, bis sie es einigermassen verstanden und umgesetzt hat.
Aber SOOO ne schlechte Friseurin war noch nie an meinen Haaren - die wusste glaube ich ueberhaupt nicht, wie man kurze Haare schneidet.
Mein Deckhaar ist fast kein Deckhaar mehr und wie sie die Haare um die Ohren schneiden sollte, hat sie sich wohl ausgedacht....naja, ich hab ja ne schoene Muetze und in 3 Wochen sind meine Haare eh wieder lang!
·         Wir haben uns eine dicke, kuschelige, warme Bettdecke mit Bezug gekauft. Hat im 2nd Hand Shop nur $ 8 gekostet und macht uns seitdem jede Nacht gluecklich!
·         Bei Mc Donalds gibt es Weightwatscher geprueftes Essen. Richtig leckere Wraps und Buerger. So fuer den kleinen Hunger zwischendurch ideal.
Werde mir an einem 07./17. oder 27. aber die "Family Dinner Box" goennen.
Fuer $ 20 2 Big Mag, 2 CheeseBurger, 4 kleine Pommes Frites und 3l Cola...so kann man doch nur zunehmen, oder?! =)

 

 

11.5.10 04:12

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Karo (11.5.10 16:04)
top, das family menu sollten die hier acuh mal einführen :P

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