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Do.25.03. bis Fr. 09.04. Te Puke
Sa. 03.04. bis Mo. 05.04. (Ostern) Papamoa Beach

 

Arbeiten im Packhouse – Kiwis verpacken
Unseren ersten Arbeitstag hatten wir am Donnerstag, den 25.03. Da Kristin und ich die Bedingungen es Arbeitsvertrages noch mit Elaine durchsprechen und einige Fragen stellen wollten, sind wir schon um 17:30 Uhr bei Seeka Kiwicoast gewesen. Elaines Buero war allerdings schon so ueberfuellt und sie so hektisch und beschaeftigt, dass kaum Zeit zum Fragenstellen blieb. So hiess es dann nur, sie habe selbst nicht den Durchblick und versichere uns, dass alles, was in unserem Vertrag stehe Gueltigkeit habe (eine Std. Kuendigungsfrist?!), unser Bruttostundenlohn $ 12,75 sei und wir uns keine Sorgen zu machen braeuchten. Mal wieder typisch Kiwis: „no worries“! Wir sind einfach zu deutsch.
Um 18:30 Uhr gings dann los – die Maschine startete. Alle Arbeiter, ausgeruestet mit Schuerze, Haarnetz, Handschuhen und teilweise auch mit Atemschutz, stellten sich an ihre Faecher und warteten auf die ersten Kiwis, die sie in Kartons bugsieren und einpacken durfen.
Nebenbei spielte laute Black Music aus dem Radio und zu vielen Liedern wurde mitgesungen und mitgeklatscht.
Unterhalten wurde sich wenig – einerseits weil man haette bruellen muessen, um die Musik und die Maschine zu uebertoenen und andererseits, weil sich jeder auf seine Arbeit konzentrierte und am ersten Tag nichts falsch machen wollte.
So gingen die fuenf Stunden, mit einer 15minuetigen Pause, in der es leckere heisse Schokolade zu trinken gab, recht schnell um. Das reichte dann aber auch!
Zurueck auf unserem Parkplatz und fertig in den Schlafsaecken liegend, merkten wir die Anstrengung in Ruecken und Beinen. Auch unsere Nasen kribbelten vom Kiwistaub und benoetigten ein paar Taschentuecher, um uns nicht die ganze Nacht zu stoeren.

 

Am naechsten Morgen warteten wir auf Muskelkater und Muedigkeit, was gluecklicherweise beides ausblieb =).
So konnten wir, gestaerkt von Tomatensuppe mit oriental und beef Nudeln am Mittag, unseren zweiten Arbeitstag antreten.
Doch diesmal war alles anders: Die Musik war leise, die heisse Schokolade neigte sich dem Ende zu und ich musste schon um 22 Uhr statt um 23 Uhr aufhoeren...
Mein Koerper hatte keine Lust mehr! Keine Lust mehr fuenf Stunden zu stehen; keine Lust mehr Kiwihaare und –staub einzuatmen; keine Lust mehr auf Trinken warten zu muessen. Ich war fertig! Auf einen der heftigsten Allergieschocks, den ich je hatte, folgten Kreislaufprobleme mit Schwindel, Kopfschmerzen und Schuettelfrost. War nicht so schoen.

 

Die folgenden Tage, an denen wir arbeiten durften/ konnten/ sollten (30.03., 31.03. und 06.04.) benutzte ich eine Atemmaske und achtete darauf vorher mehr zu trinken. Schien ganz gut zu helfen – es gab kaum Probleme (einmal noch Kreislauf, aber bei weitem nicht so schlimm).
Aber nicht nur unsere Ausruestung aenderte sich. Ab dem 30.03. war es Kristins Aufgabe von Fach zu Fach zu gehen und fertig verpackte Kiwikartons wieder auszupacken, die darin liegenden Kiwis zu zaehlen, das Ergebnis (zu viele oder zu wenig Fruechte) zu notieren und Auffaelligkeiten einem Supervisor (Aufsichtsperson) zu berichten. Dadurch hatte Kristin zwar oefter Pausen und kuerzere Arbeitszeiten, aber auch Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten (Musik, Leute, die dazwischen labern).
Und auch ich musste nicht nur Kiwis verpacken.
Am 31.03. musste ich einmalig an den Grading Table.
Meine Aufgabe war es, auf ein sich nicht gerade langsam bewegendes Band zu gucken, auf dem Kiwis transportiert werden, schlechte, mit Flecken, Dellen oder Ritzen uebersaete Fruechte auszusortieren und aufzupassen, dass mir nicht schlecht wird. Ekelige Aufgabe – aber da es nur fuer fuenf Stunden war, aushaltbar!

 

Ich weiss nicht, ob meine Beschreibungen ausreichend und gut genug sind, um sich die Arbeit in einem Kiwi Packhaus vorzustellen, aber ich hoffe ihr habt zumindest eine Ahnung J Sollte das nicht der Fall sein, guckt euch am Besten die Fotos auf Facebook gruendlich an.

 

Arbeiten im Orchard – Kiwis pfluecken
Hier in Te Puke kann man nicht besonders viel machen – jedenfalls nicht, wenn man sich vorgenommen hat, sich aufs Geldverdienen zu konzentrieren. So ueberlegten wir schon einige Tage, wo man sich denn um einen Zweitjob bewerben koennte, als wir am  27.03. von einem Inder (!) angesprochen wurden. Sein Name sei Navi und er suche Leute, die in zwei oder drei Tagen Kiwifruit picking machen koennten. Gearbeitet wuerde auf contract, d.h. man pflueckt so schnell wie moeglich so viele Kiwis wie moeglich und fuellt zusammen mit seinem Team so viele Boxen wie moeglich. Klang einfach. Pro Box bekaemen wir $ 12,50. Die Arbeitszeiten koennten wir uns aussuchen, so lange er nur einen Tag vorher Bescheid weiss.
Fanden wir super. Auch dass wir schon einen Job im Packhouse haben, sei kein Problem.
Navi versprach uns am naechsten Tag Vertraege vorbei zu bringen, welche wir mit dem IRD – Formular und dem Steuerzettel auch gleich ausfuellten und unterzeichneten. Anschliessend tauschten wir Handynummern aus, damit er uns per sms verstaendigen koennte, wann wir starten koennen.

 

Zwei Tage haben wir dann nichts mehr von Navi gehoert und waren enttaeuscht. Am 01.April weckte er uns, indem er um 8 Uhr vor unserem Van stand, ans Fenster klopfte und verkuendete, dass er uns in 30 bis 45 Minuten abholen wuerde. Die Arbeit geht los!
Klasse – sollte wohl ein Aprilscherz sein, so frueh arme Backpacker zu wecken. Aber okay. Wir assen schnell, zogen Arbeitsklamotten an (Jeans, Tshirt und Pulli) und – warteten...Wir warteten nicht nur 30 bis 45 Minuten, sondern 60 bis 70 Minuten!

 

Um 10 Uhr waren wir erst im Orchard. Die uns zugeteilten Boxen schnallten wir um, zogen Handschuhe an und los gings! Mit ungefaehr zehn weiteren Pflueckern liefen wir unter den Kiwistraeuchern herum, die Haende immer schoen nach oben haltend und Fruechte pflueckend.
Man muss gesehen haben, dass wir zum ersten Mal Kiwis ernten. Nach kurzer Zeit wurde uns naemlich erst einmal erklaert, wie wir zu pfluecken haben:
Jeder hat eine Linie, die er abpfueckt – nicht kreuz und quer pfluecken.
Immer beide Haende benutzen und die Haende voll machen – nicht nur eine Kiwi in die Umhaengebox tun, sondern mehrere gleichzeitig.
Die Kiwis sanft behandeln, also langsam und sachte in die Box legen – andernfalls entstehen Dellen – und Kiwis mit Dellen werden im Packhouse aussortiert. Okay, kapiert! Aber immer noch falsch...
Eine Weile spaeter wurde uns gesagt, dass wir die Kiwis von den Zweigen abknipsen sollen – nicht reissen – der Stengel duerfte nicht an den Freuchten dran bleiben. Na gut. Waehrend wir also sanft und sachte und (zumindest Krisin und ich) ganz schoen schnell Kiwis pflueckten, fuhren Trecker mit Holzkisten unter die Baeume, was gerade so von der Hoehe her passte und uebertrieben staubte.
In diese Kisten leerten wir unsere Umhaengetaschen – „nice and gentle“ und nach eben diesen Kisten sollten die auf contract arbeitenden auch bezahlt werden.
Nur waren wir keine contract Arbeiter, wie wir in der Pause um 12:30 Uhr erfuhren. Die gepflueckten Fruechte sind Green Kiwis und die Pfluecker werden, warum auch immer, mit einem Stundenlohn von $ 10 bezahlt. Gut, dass uns das mal jemand sagt...wir hetzen uns da ab und kriegen so oder so nur $ 10 die Stunde. Nebenbei tat mir mein Nacken vom staendigen Haende hochhalten, nach oben gucken und vom Taschetragen ziemlich weh und Lust hatte ich auch keine mehr.
$ 25 fuer 2 ½ Stunden sollten mir fuers Erste genuegen. Navi meinte ja, wir koennten uns unsere Arbeitszeiten einteilen, wie wir wollen. Ich wollte aufhoeren!
Kristin, die kaum Schmerzen hatte, war ein bisschen enttaeuscht, schlug mein Angebot, dass sie ruhig weiter arbeiten koennte, aber ab und hoerte auch auf. Wir vergewisserten uns, das Navi sich notiert hatte, dass wir am 01.04. 2 ½ Stunden gearbeitet haben und $ 25 kriegen. Ja, sei alles notiert, er wuerde sich bei uns melden, sobald er weiss, wanns weiter geht.

 

...tat er aber leider nicht. So blieb der 01.04. der einzige Tag, an dem wir fuer Navi Kiwis gepflueckt haben. Wir brauchten nur noch unser Geld...zu bloed, dass wir erst spaeter bemerkt haben, dass der Kerl ne Fussfessel traegt!!!

 

Die Kiwisaison und ihre Herausforderungen
Die Arbeit mit der Kiwi ist nicht immer einfach – ob im Packhaus, wo mancher mit Allergien und Kreislaufproblemen  zu kaempfen hat oder im Orchard, wo viele Arbeiter geldtechnisch uebers Ohr gehauen werden.
Am nervigsten fuer uns war es, dass niemand so richtig Ahnung zu haben schien. Elaine vom Seeka Packhaus wusste nicht, was genau alles im Vertrag steht und Navi wusste eigentlich gar nichts. So war es im Prinzip auch nicht verwunderlich, dass wir mal laenger gar nicht arbeiten mussten/ konnten und tagelang auf sms gewartet haben, wann es denn endlich weiter geht.
Bei Seeka wurde uns am 17.03. beim Arbeitstraining gesagt, dass samstags (jeden Samstag!) frei ist. Wir also nicht arbeiten!
An einem Sonntag war dann aber auch mal frei – wovon so ziemlich niemand etwas wusste. Entweder standen die Arbeiter am Sonntag vor geschlossener Tuer, oder wurden wie wir, auf ihrem Weg zur Arbeit von Kollegen abgefangen und darueber in Kenntnis gesetzt. Wir fragten per sms bei Elaine nach. Zurueck kam die Nachricht, dass gestern (also an einem freien Samstag) gearbeitet wurde und deswegen heute (an einem Sonntag) frei sei. Das soll mal einer verstehen! Und wieso kann man da nicht vorher Bescheid geben?!
Aber diese Spontanitaet gehoert wohl einfach zu Neuseeland und der Kiwisaison dazu...uns hat es jedoch einige Male fast den letzten Nerv geraubt, wollten wir doch in Te Puke einen Monat lang regelmaessig arbeiten und Geld verdienen.

 

Als wir dann am Donnerstag, den 01. April unser erstes Gehalt von Seeka auf unseren Konten sahen ($ 109,40) und nachrechneten, waren wir verwirrt. Bis zum 01.04. hatten wir viermal fuenf Std. gearbeitet. Bei einem Bruttostundenlohn von $ 12,75 macht das $ 255 brutto. Klar, Steuern gehen noch ab, also weniger als $ 255 – aber so viel?! Das konnte eigentlich nicht sein.
Hinterher stellte sich heraus, dass lediglich die Tage 25.03. und 26.03. bezahlt wurden – Nettostundenlohn ist $ 10,94. $ 109,40 kommt also hin! =)
Naechsten Donnerstag (08.04.) werden wir also weitere $ 109,40 auf dem Konto haben (fuer 30.03. und 31.03.) und den darauf folgenden Donnerstag (15.04.) $ 54,70 fuer unseren letzten Arbeitstag am 06.04.! Puh! Alles gut!

 

Fehlte nur noch das Geld vom Kiwipfluecken am 01. April ($ 25 pro Person). Das wollten wir uns am 08.04. holen.
Wir also die 3km zum Orchard gefahren – schoen frueh, damit auch jemand da ist - und nach Navi gefragt. Vielleicht haben wir ihn falsch ausgesprochen oder genuschelt – Fakt war, dass uns niemand helfen konnte und anscheinend niemand einen Navi kannte. Ein bisschen Angst davor, dass das Taktik war und zum Plan gehoerte Kiwipfleucker uebers Ohr zu hauen, sprachen wir einen Mann an, der an unserem ersten Arbeitstag alles erklaert hatte.
Wir schilderten unser Anliegen und erfuhren nach ein, zwei teuren telefonaten, dass man uns um 12:30 Uhr treffen und bezahlen wuerde. Gut!

 

In der Zwischenzeit wollten wir nach *piep* Tagen mal wieder duschen und fuhren die 3km zurueck in die Stadt auf einen Campingplatz. Dort angekommen, bekamen wir eine sms – Navi erwartet uns jetzt im Orchard. Grr. Wir also wieder 3km zum Orchard gefahren und Navi getroffen. Sein Chef, der auch anwesend war, erklaerte uns, dass das Geld erst vom Big Boss geliefert werden muesse und er uns zwischen 16 und 17 Uhr smsen wuerde, um dann zu bestimmen wo und wann das Geld uebergeben und die fehlenden Kopien unserer Reisepaesse gemacht werden koennen. Hallo? Wir wollen nur $ 50 – keine $ 5000! Aber unseretwegen – so ist der Plan!

 

Klar war mal wieder, dass wir laenger als bis 17 Uhr auf eine sms bzw. Einen Anruf warten mussten. Aber um 18 Uhr hiess es dann, dass wir uns in 10 bis 15 Minuten (also 30 Minuten) bei KFC treffen. War dann gluecklicherweise auch so – nachdem Navi an der Kasse Geld gewechselt hat und sich was zu Essen bestellt hat, hatten wir endlich unsere $ 25 bar in der Hand! Juhu! =)

 

Eine Entscheidung
Als wir am Dienstag, den 06.04. vom Arbeiten „nach Hause“ kamen, waren wir ziemlich gefrustet und genervt. Gefrustet, weil es immer noch keine neue heisse Schokolade gab und genervt, weil es mindestens bis Sonntag keine Arbeit geben wuerde. Schon wieder mindestens vier Tage, die wir uns in Te Puke langweilen wuerden...Zeitabsitzen und nichts erleben – noch nicht einmal Geld verdienen – das war in unserem Neuseelandaufenthalt nicht so ganz eingeplant.
Eine Entscheidung musste fallen!

 

Waren es maximal $ 450 (Lohn, den wir bekaemen, wenn wir von So. 11.04. bis Do. 22.04. [ Tag, an dem wir spaetestens Te Puke verlassen wollten] jeden Tag bei Seeka arbeiten koennten) wirklich wert die Zeit hier abzusitzen?
War es nicht unser Hauptziel Spass zu haben und so viel wie moeglich zu erleben, statt uns zu langweilen und genervt zu sein, wenn wir wieder fuenf Tage auf Arbeit warten muessen?
Nach ausfuehrlicher Besprechung und Pro und Contra Liste, beschlossen wir am Mittwoch noch bis max. Freitag (09.04.) zu bleiben (was abhaengig von Navi und der Bezahlung war) und dann die Huehner zu satteln und uns in Richtung Taupo zu begeben.
Wasserfaelle, Skydive und hoffentlich auch besseres Wetter wollten wir sobald wie moeglich sehen, erleben und fuehlen.
Hauptsache weg von Kiwiarbeitern und Te Puke!

 

Hier unsere gesammelten Argumente / Pro und Contra Liste:
PRO (weiter nach Taupo)
CONTRA (in Te Puke bleiben)
- Hauptziel der Reise: Spass, Erlebnisse
- wenn wir Glueck haben, haben wir bis 22.04. $ 450 mehr als jetzt
(à mehr kostenpflichtige Erlebnisse moeglich)
- mehr Zeit fuer die Suedinsel
- Seeka ist ein fester Job
(zur Zeit ist Hochsaison, d.h. Bewerbungen bei anderen Packhaeusern fast aussichtslos)
- Te Puke ist langweilig

 

- Regen, demnach mehr Arbeit unwahrs.

 

- koennten uns woanders auch noch nen Job suchen (Tellerwaescher etc.)

 

- wenn kein Geld mehr uebrig ist, bestuende noch die Moeglichkeit ans Sparkonto zu gehen oder Geld bei den
Mamas zu leihen J

 

- Tankkosten werden geringer, da groessere Distanzen und kein Stadtverkehr

 

 

Ostern und eine etwas andere Art des Couchsurfings
Wie schon im Blogeintrag vom Arbeitstraining erwaehnt, war das Feld an Arbeitern
bunt gemischt. So lernten wir eine nette Chinsin kennen, die sich in der Kiwibranche auszukennen schien und uns einige hilfreiche Tipps gab. Mich plapperte mal wieder zur Ueberraschung aller, ein Inder an – war aber ein netter Kerl, mit dem ich mich hauptsaechlich uebers Studieren unterhielt.
Und Grant, ein vllt. 45 jaehriger, stark taetowierter und an einen Ex-Knasti erinnernder aber wirklich netter Kerl, bot uns an, ueber Nacht unter seinem Carport zu stehen und seine Kueche und Dusche benutzten zu koennen.

 

Drei oder vier Tage spaeter nahmen wir das Angebot an und stellten uns am 02.04. auf Grants Hof. Die Wohngegend – auf dem Feld, drei Nachbarhaeuser und arm aussehend – versprach schon nicht allzu viel.
Als wir jedoch Grants Haus betraten und abgerissene Tapeten, ausgefranzten, an einigen Stellen abgekratzten Teppich und lediglich zwei Sessel, ein Sofa, eine Komode mit TV und einen Esstisch mit vier Stuehlen in einem doch recht grossen Wohnzimmer vorfanden, waren wir doch leicht ueberrascht.
In der Toilette funktionierte das Licht nicht (Grant riet uns di Tuer auf zu lassen und das Licht im Bad nebenan einzuschalten), hinter dem Klo klaffte ein Loch in der Wand und die Dusche im Bad war eine Badewanne, die vermuten liess lange kein Wasser mehr gesehen zu haben.

 

Naja...zumindest hatte er Strom und Wasser und wollte das Wenige, was er besass mit uns teilen.
So kochten wir abends unseren Reis, unterhielten uns ein bisschen mit Grant und guckten nebenbei TV. Als Grant dann mehrmals erwaehnte, dass er letzte Nacht betrunken war und momentan „stoned“ sei, dachten wir uns, dass er vllt. seine Ruhe haben will und wir besser raus in unseren Van kriechen sollten.
Am naechsten Morgen, nachdem wir gefruehstueckt und unsere Handyakkus geladen hatten, haben wir uns auch schon wieder von Grant verabschiedet, uns bei ihm bedankt, ihm zwei Bier geschenkt und sind nach Papamoa Beach gefahren.

 

Das Wetter war zwar nicht so schoen, als dass man sich im Bikini an den Strand legen konnte, aber wir brauchten Abwechslung!
So verbrachten wir Ostern also am Strand, spielten Rommee und Kniffel, verschlangen unsere Buecher und als die Sonne dann doch noch raus kam, picknickten wir mit neuseelaendischem Osterbrot am Strand, sonnten uns ein wenig und besuchten ein Cafe (hier gibts keinen Akzentstrich...). Dort goennten wir uns einen Fruchtshake, ich mir noch ein Stueck Lasagne und lasen in Zeitschriften,  was in der Promiwelt so abgeht.

 

Sonstiges
Da wir in Te Puke nicht viel machen konnten und uns auch keine Tagesausfluege nach Tauranga oder Whakatane leisten konnten/ wollten und ausserdem fuer die Arbeit auf Abruf bereit sein sollten, blieb uns nicht viel uebrig, als viel Zeit in der Library zu verbringen. Dort konnten wir wenigstens lesen, Sehenswuerdigkeiten fuer Los Angeles und New York planen, Handyakkus laden und Nachrichten aus aller Welt verfolgen.

 

Sich in oeffentlichen Toiletten zu waschen, keine Dusche oder Badewanne zu haben und auf schmuddelige Toiletten angewiesen zu sein, bringt irgendwann echt keinen Spass mehr.
Das Pennergefuehl waechst und waechst. Umso mehr freut man sich dann aber auf saubere WCs, chlorfreies Trinkwasser und eine Dusche!
Da lernt man mal, was purer Luxus ist und zu Hause kaum wert geschaetzt wird!

 

Mein Laptop ist nun im Muell.
Zwei Computerfachmaenner meinten der Motherboard-Fehler sei ohne Weiteres nicht zu beheben und wuerde ziemlich teuer sein. Von daher lohne es sich auf einen komplett neuen Laptop zu sparen und diesen alten, kaputten zu entsorgen. Gesagt, getan! Hab nun also schon ein neues Sparziel...

 

Auf Parkplaetzen lernt man so manche komischen Leute kennen:
-          einen Berunkenen in blauer Jogginghose, rotem Pulli und einer blauen und einer roten Socke – sehr stylischer Kerl, der uns nach jeder Klopperei in irgendwelchen Bars seine Wunden gezeigt hat
-          einen Inder (!), der sein Gepaeck in unserem Van abstellen wollte, weil es regnete.
Er selbst betrank sich mit zwei Flaschen Bier und wollte an der Bushaltestelle so lange auf der Bank schlafen, bis ihn sein Kumpel abholen wuerde. Decke und Kissen hatte er dabei! 30 Minuten spaeter stand sein Gepaeck samt Ausweisen und Geld in unserem Van, um kurze Zeit spaeter wieder abgeholt zu werden: Sein Kumpel war da. Zum Dank fuer unsere Hilfsbereitschaft schenkte er uns die restlichen vier Bier seines 6-Packs.

 

Und hier ein paar Daten:
27.03. „Perfektes Dinner“mit Baguette und WURST – endlich mal wieder! War supi!
28.03. Innensaeuberung unseres lieben Vans Luke
01.04. Umparken, die Polizei schickte uns fuer die letzten Tage in den Donovan Park
03.04. HALBZEIT J In genau 83 Tagen ist der Spass vorbei
04.04. Uhrenumstellung auf Winterzeit; nun 10 Std. vor deutscher Zeit
06.04. Regentag; und zwar wirklich den ganzen Tag lang

 

 

19.4.10 00:50

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