Couchsurfing in Hamilton

Di. 09.03. - Do. 11.03. Otorohanga,
Do. 11.03. - Mo. 15.03. Hamilton

Nachdem wir die Jobsuche in Te Puke erfolgreich abgeschlossen hatten, verabredeten wir uns mit unserem ersten Kiwikontakt: David aus Hamilton. Fuer die jenigen unter euch, die sich nicht mehr an meinen Blogeintrag von Kerikeri erinnern,sei kurz gesagt, dass David ein Mitt50er Uni-Professor ist, den wir bei den Rainbowfalls kennengelernt haben. Dort hat er uns nach Hamilton zum Couchsurfing eingeladen.

WAITOMO CAVES
Am Dienstag sind wir dann also Richtung Westkueste gefahren. Nach ca. 4 1/2 Std. Fahrt, haben wir uns in Otorohanga, suedl. von Hamilton, niedergelassen. Von hier aus wollten wir einen Abstecher in eine der Waitomo Caves machen - urspruengl. geplant war, eine einfache Glowworm Cave Tour zu machen (Blackwater Rafting war zu teuer und laut der Jungs, die wir in Dargaville getroffen haben, das Geld nicht wert).
Der Plan aenderte sich allerdings, als wir zwei Campgroundbesitzer kennenlernten, die uns die Spellbound Cave Tour nahelegten und begeistert von den blauen Gluehwuermchen erzaehlten, die so nahe vor den Gesichtern seien, dassman glaube, man sehe nicht recht...oder so aehnlich. Jedenfalls waren wir von ihrer Begeisterung gepackt, liessen uns anstecken und buchten die etwas teurere Spellbound Tour fuer den naechsten Tag.
Die Tour begann um 11 Uhr - jedenfalls die Fahrt zur Hoehle. Mit zehn Leuten und unserem Guide Pete fuhren wir zunaechst zwanzig Minuten durch Mittelerde, lauschten Petes Kommentaren und durften dann noch weitere fuenf Minuten zum Hoehleneingang marschieren.
Meine Laune besserte sich dann schlagartig, als wir die Grubenhelme aufsetzen durften. Ich war noch nie in einer Hoehle und fand es total aufregend Stalagtiten, Stalagmiten, Fledermaeusen und unterirdischen Fluessen entgegen zu schreiten. Bis wir richtig tief in der Hoehle waren durften wir unsere Grubenlampen anmachen.
Damit wir aber die Gluehwuermchen in ihrer vollsten Leuchtkraft bewundern koennen, mussten wir aber bald die Lampen ausschalten, damit sich unsere Augen an die Dunkelheit gewoehnen. Und dann ganz langsam wurden es immer mehr: Tausende von kleinen blauen Leuchtpunkten an den Felswaenden - ueber uns, neben uns - nur unter uns, da floss der Fluss. Pete erzaehlte uns dann ein bisschen was ueber die neuseelaendischen Glowworms, zeigte uns ihre langen,klebrigen Faeden und versuchte eins dazu zu bringen, sich zu bewegen. Anschliessend kletterten wir in ein kleines Boot und wurden von Pete durch die Hoehle geschippert.
Die Glowworms an der Felsdecke und den Waenden schienen um die Wette zu leuchten. So viele auf auf einem Haufen zu sehen, war schon echt schoen. Sah aus wie ein leuchtend blauer Sternenhimmel in dunkelster Nacht, ohne Wolken.
Das Plaetschern eines Wasserfalls einige Meter weiter weg, war ein wenig unheimlich, zumal man nicht genau zuordnen konnte, wie weit weg er denn war und vor allem wie hoch. Bevor wir jedoch zu nache an den Wasserfall heran kamen, kehrte Pete um und wollte zur zweiten Hoehle.
Bevor wir Stalagtiten und Stalagmiten,Knochenueberreste von Moa Voegeln und gefaehrliche Einsturzloecher zu sehen bekamen, durften wir einen riesigen, dicken, langen Aal fuettern und selbst Kekse, Kaffee und heisse Schokolade zu uns nehmen. Die Stalagtiten und Co. waren beleuchtet und die Hoehle an sich um einige Grad kaelter als die erste. Aber auch ganz okaz. Zusammenfassend muss ich aber sagen, dass ich mehr erwartet habe. Keine Ahnung was genau - vllt. mehrere,groessere,bunte?
Jedenfalls war ich ein bisschen enttaeuscht. Auch Kristin meinte, dass sie im Elsass schoenere Hoehlen gesehen hat.

Naja, nach der Tour um 14 Uhr sind wir zurueck nach Otorohanga gefahren und haben den Campbesitzern unsere Eindruecke geschildert, uns noch nach einigen Sehenswuerdigkeiten Neeuseelands erkundet und sind 20 Minuten spaeter weiter nach Hamilton gefahren.
David, wir sind unterwegs!

In HAMILTON angekommen, haben wir kurz den Stadtkern unter die Lupe genommen, Info und Bibliothek abgecheckt (in allen Bibliotheken Hamiltons ist Internet for free) und sind anschliessend zu David gefahren. Nach beiderseitigem Bericht, wie es uns seit den Rainbowfalls ergangen ist (David war im Norden auf Landsuche), gab es auch schon Abendessen. Die Suppe war super, das Steak vom BBQ-Grill fantastisch und die Pommes Frites aus der Mikrowelle auch sehr gut.
Eine spitzen Abwechslung zu unseren Nudeln und dem Reis mit Butter Chicken. Nach dem Essen haben wir Katzenbabies entdeckt und versucht sie mit Milch zu fuettern. Der Durst der Katzenmama war aber um Einiges groesser, als der der Kleinen. Spaeter lief Cricket im TV - Neuseeland vs. Australien. David verriet uns, dass Australien die weltbeste Cricket Mannschaft hat und die Chancen fuer Neuseeland nicht allzu gut sind.
Da das Spiel fuer ihn also so gut wie verloren war, versuchte er uns die Regeln zu erklaeren...und das nicht nur einmal. =)
Aber wir waren ja auch schon muede von dem anstrengenden Tag und so spaet abends (22 Uhr - im Van waeren wir schon im Tiefschlaf) mit den Gedanken auch schon im Bett. Aus diesem Grund sagten wir auch bald Gute Nacht und liessen uns in unsere Betten fallen - und zwar in warme, kuschelige, weiche, mit riesigen Decken ausgestattete Betten. Schoen!

Am Freitag sind wir nach ordentlichem Fruehstueck und einer langen und warmen Dusche zur Uni gefahren und haben Prof. Dr. David Musgrave besucht. Das Gelaende der Waikato University ist riesig, hat tausende von Eingaengen und einen eigenen Park. David gab uns den Tipp den Tag in den Hamilton Gardens zu verbingen. Das Wetter war gut, sonnig und warm und die verschiedenen Gaerten (chinesisch, japanisch, englisch, italienisch, amerikanisch-modern und indisch) waren echt interessant. Gegen 16 Uhr sind wir zurueck zu Davids Haus und wurden von dem Gastgeber bekocht. Es gab eine Mischung aus Omelette und Pfannkuchen mit Gemuese - sehr, sehr lecker. Nach dem Essen gings dann los: Chiefs vs. Crusaders!
Im Hamilton Stadion! Cheerleaders, Maskottchen und ein bekleideter Flitzer! DAS Event des Wochenendes: RUGBY!!!
David hat uns eingeladen. Unsere Plaetze auf der Tribuene waren auch richtig gut...der eine Pfeiler war zwar ein bisschen im Weg und hinter uns, in der letzten Reihe haben zwei Maedels um die Wette geschrien, aber ueberhaupt in einem Stadion zu sitzen und ein Rugbyspiel live mitverfolgen zu koennen war unglaublich! Ich fands super toll.
Ein wenig schockierend fand ich allerdings, dass die Jungs ohne Ruestung spielten und sich die Koepfe einschlugen bis zum geht nicht mehr - so sahs jedenfalls aus. Alle auf einen Haufen, alle auf dem Ball liegend...schon cool!
David erzaehlte uns schon vor dem Spiel, dass Canterburys Crusaders Neuseelands bestes Rugbyteam ist - quasi FC Bayern Muenchen auf neuseelaendrugbyisch - und Waikatos Chiefs (Hamiltons Mannschaft) sicher verlieren wuerden. Wir kreuzten trotzdem unsere Finger. Brachte leider nichts.
Die Chiefs verloren 19:26 - und das zu recht.
Die Crusaders waren wirklich um Einiges schneller, staerker und einfallsreicher! Nach dem Spiel sind wir noch zu Burger Fuel und goennten uns im Irish Pub ein Gute-Nacht-Bier.
Der Abend war super gut, David total nett, unterhaltsam und spendabel und wir froh einen so netten Kiwi kennengelernt zu haben!

Samstag war recht entspannt. Nach zwei oder drei Stunden im Internet, haben wir uns mit David ueber neuseelaendische Musik unterhalten, einige CDs angehoert (unser Favourit ist "Crowded House" und abends "Fanny Hill" und "Taking Pellham One,Two,Three" (original Version) geguckt.
Den naechsten Tag haben wir zu dritt in Raglan, DEM Surferstrand Neuseelands, verbracht.
Da es leider nicht so windig war und die Surfer nur auf ihren Brettern herum trieben, war es nicht so spannend denen zuzugucken. Wir sind stattdessen lunchen gewesen und danach zu den Bridal-Veil-Falls (Brautschleierwasserfaelle) gefahren. 55m sind die hoch!
Wenn man da ueberlegt, dass manche Leute von ca.220m hohen Bruecken, Tuermen oder Bergen Bungee-Jumpen (nae, Tina?!), wird einem schon mulmig zumute - und das bei 55m!

Zurueck in Hamilton sollten die Fotos der vergangenen Tage auf meinen Laptop...ging auch ganz gut...bis auf einmal der Befehl kam den PC herunterzufahren.
Nach folgenden schwarzen Bildschirmen und Ratschlaegen den Computer im abgesicherten Modus hochzufahren, waren nur noch Flecken zu sehen. Erst schwarz auf weissem Grund,dann grau auf schwarzem Grund und irgendwann wars nur noch schwarz. So ein Mist! Musste ja sein; kann ja nicht alles immer super laufen. David versprach den Laptop am Montag seinen Technikern in der Uni zu zeigen - vllt. wissen die ja was zu tun ist...und wenn nicht, dann koennen die wenigstens die wichtigsten Dokumente und Fotos retten und sichern.

Montag waren Kristin und ich in der Buecherei:
Skype-Date mit den Mamas. Diesmal allerdings von Buecherei-internen PCs mit Zeitbegrenzung.
Die Verbindung war auch nicht wirklich gut - telefonieren ist da schon besser, vor allem, wenn man wie wir, fuer $ 2 eine Std. lang ins dt. Festnetz telefonieren kann.
Nach dem Skypen haben wir eine Flasche Wein und eine Thank you Karte als Abschiedsgeschenk fuer David gekauft, beides dekorativ auf den Esstisch gestellt und sind dann zur Uni gefahren - in der Hoffnung meinen Laptop funktionstuechtig mitnehmen zu koennen.
Fehlanzeige...er war jetzt noch nicht mal mehr dazu in der Lage hochzufahren und weisse, graue und schwarze Flecken anzuzeigen. Super. Naja, wenigstens wurden meine Daten gesichert und mir gezeigt, wie ich die Festplatte raus nehmen muss. Nun werde ich irgendwann ein PC Geschaeft aufsuchen und fragen, ob die den Laptop billig wiederherstellen koennen. Sollte das nicht der Fall sein, oder sich nicht lohnen, werde ich die Festplatte abschrauben, sicher verwahren und meinen nur dreijaehrigen Laptop in eine MUELLTONNE werfen (es gibt hier keinen Schrottplatz oder so...die tun hier alles und jeden in die "bin". Wird schwer werden.
Aber spaetestens jetzt wisst ihr auch, dass Blogs, Fotos und emails etc. seltener werden. Blogs kann ich nur noch per Hand vorschreiben und muss sie waehrend der befristeten 30 Minuten Computerzeit (wenn wir denn mal ueberhaupt in der Naehe von Te Puke 30 Minuten Internet for free finden) abtippen, Fotos hochzuladen nimmt auch viel Zeit in Anspruch und emaisl werden kuerzer auf Grund von Zeitmangel.
Ist alles nicht so einfach, aber auch nicht tragisch! Uebt eure Geduld - irgendwann finden wir bestimmt irgendwo kostenlos Internet und dann gibts Fotos, Blogeintraege und emails.

Von David haben wir uns dann natuerlich auch verabschiedet und versichert "in touch" zu bleiben. Jetzt haben wir einen richtig guten Kiwikontakt und er gleich zwei Anlaufstellen in Deutschland =) Genauso hab ich mir das vorgestellt!
Nichts geht ueber Kontakte, Kontakte, Kontakte...=)

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Jobsuche in der Bay of Plenty

Sa. 06.03. bis So. 09.03. in Tauranga und Te Puke

Am Samstag sind wir gegen 15 Uhr in Tauranga, der groessten Stadt in der Bay of Plenty angekommen. Hier sollte unsere Jobsuche beginnen und hoffentlich schon erste Erfolge ernten. Nach einem Besuch im Visitor Information Centre, die uebrigens in jeder grossen Stadt und fast jedem klein-bis mittelgrossen Dorf zu finden sind, hatten wir ca. 20 verschiedene Telefonnummern und Adressen von Packhaeusern und Seasonal Work Anbietern. Bloed war nur, dass wir uns mitten im Wochenende befanden, wir die Leute also eigentlich nicht einfach telefonisch belaestigen konnten (was wir natuerlich trotzdem taten) und dass wir schon relativ spaet dran waren...obwohl sich da auch nicht alle einig waren: Die Einen meinten die Kiwisaison beginne Anfang/ Mitte Maerz, die Anderen sagten, dass Kiwis erst Anfang Juni reif seien. Tatsache war und dessen waren sich alle bewusst: Die Wartelisten sind 200 bis 500 stellig. Super! Kristin plagte in den naechsten Tagen die Angst keinen Job zu finden und ich hatte ziemlich mit Heimweh zu kaempfen. Um also moeglichst schnell unseren Kummer zu vergessen und in den arbeitsreichen Alltag einsteigen zu koennen, fuhren wir am Montag weiter nach Te Puke – DER Hochburg der Kiwiplantagen, -pfluecker und –packhaeuser.
Entgegen aller Erwartungen war die Stadt sogar recht gross. Hier gibt es jede Menge kleine Bars, Cafes, kleine Troedellaeden, zwei Tankstellen, ein Irish Pub, Subway, KFC, eine Bibliothek (leider nur mit kostenpflichtigem Internet und zwar schweineteurem!), zwei oder drei Supermaerkte und die Hauptssache: oeffentliche Toiletten, die nachts nicht abgeschlossen werden und einen Parkplatz, der gross, in Wohnnaehe und doch zentral und kostenfrei ist. =) In und um Te Puke gibt es Attraktionen wie ein kleines Kino, einen Kiwifreizeitpark (Kiwi360), Hot Pools, Parks und einen Strand. Um kostenfreies Internet zu bekommen muessten wir allerdings eine Stunde Auto fahren – nach Whakatane – wird voraussichtlich nicht allzu oft passieren. Aber zurueck zur Jobsuche: Wir sind also den ganzen Montag von Packhaus zu Packhaus gefahren, haben uns in jede Warteliste von Seeka, Satara, Kiwipolen und Co. eintragen lassen und sind sogar zu den kleinen „Familienbetrieben“ und haben dort nach Arbeit gefragt. Bei einem solchen Kleingaertner haetten wir auch einen Job bekommen – da uns der Mann und seine Bedingungen aber nicht so zusprachen, behielten wir ihn nur als Notloesung im Hinterkopf. Als sich der Tag langsam dem Ende zu neigte und wir kurz davor waren aufzugeben und die „Notloesung“ anzunehmen – jedenfalls fuers Erste – bekamen wir den heissen Tipp noch einmal beim Seeka Packhaus um die Ecke nach zu haken. Gesagt – getan – und Glueck gehabt!!! Ab Montag oder Dienstag, 22.03. bzw. 23.03. haben wir einen Job als Kiwi-Verpacker und muessen sonntags bis freitags von 18 bis 23 Uhr Kiwis vom Rollband in Kartons bugsieren. Dass dabei nur 30 Stunden die Woche zusammen kommen und wir gerade einmal den Mindeststundenlohn von NZD 12,75 erhalten ist fuer uns vollkommen in Ordnung und wir sind echt froh ueberhaupt einen Job zu haben. =) So koennen wir vllt. Tagsueber einen Zweitjob (Tellerwaescher, Zimmermaedchen...) annehmen und dank der guten Arbeitszeiten sind auch Ausfluege ans East Cape, nach Rotorua und Whakatane moeglich. Aber das lassen wir langsam auf uns zu kommen. Wir muessen naemlich erst einmal abwarten, wie das Training am Mittwoch, 17.03. wird und wie wir die ungewohnten Bewegungen und die Nachtschicht vertragen. Zur Feier des Tages und durch die Bekanntschaft mit unseren Vannachbarn Silke und Harry (ja, wieder Deutsche), sind wir auf ein Guiness ins Irish Pub nebenan und haben den Tag gemuetlich und lachend ausklingen lassen!

Sonstiges erwaehenswertes: - Ich hab mir einen neuseelaendischen Bearnie gekauft – eine typische Wollmuetze, die echte Kiwis zu jeder Jahreszeit tragen (ich aber nur im Winter und wenns kalt ist) - Am 07.03. gab es zum ersten Mal ein „Perfektes Van Dinner“ (immer am 07./17./27. eines Monats). An solchen Tagen wird gross gekocht oder wir gehen Essen. Diesmal gab es Bohnen, Fleisch und gebratene Zwiebeln und leckeren Nachtisch. War ein guter Anfang =)

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THE COROMANDEL

Coromandel Town (Di. 02.03. bis Do. 04.03.), Hahei (Do. 04.03. bis Sa. 06.03.)

Events/ Attraktionen/ Sehenswürdigkeiten:
The Coromandel Peninsula, eine kleine, bei den Kiwis sehr beliebte Halbinsel im Osten Neuseelands sollte unser nächstes Ziel sein. Nach ca. 2 ½ Stunden Fahrt inklusive skandalösen Kurven, One Lane Bridges ohne großartige Ankündigung und rasenden Einheimischen, sind wir in Coromandel Town angekommen. Hier wollten wir Mads besuchen. Das haben wir dann auch gleich am nächsten Tag gemacht. Da er allerdings bis mittags arbeiten musste (er ist schon seit drei Monaten in einem Motel als Cleaner beschäftigt), haben wir uns für 14 Uhr verabredet. Nach ausführlichem Erfahrungsaustausch Neuseeland betreffend wurden wir sogar noch zum BBQ eingeladen.
Praktisch war, dass die Japaner, die mit in Mads Unterkunft gehaust haben mehr als genug für alle eingekauft und das Essen vorbereitet haben.
Wir haben also unsere Backpacker geplagten Mägen mit Baguette, Bürgerfleisch, Sandwiches, Würstchen, japanisch ausgewähltem Gemüse, Reis und echtem neuseeländischen Bier gefüllt.
Zum Verdauungsspaziergang ging‘s dann in eine in einem Fels versteckte kleine Höhle am Straßenrand. Wir waren keine 5 Meter in dem matschigen Loch und schon konnten wir „Glühwürmchen“ sehen – lange behaarte Würmchen an der Deckenhöhle die vom Licht aufgeladen blau funkeln.
Der Tag war echt schön, die Leute super nett, das Essen perfekt und die Geschichten super spannend…

Am Donnerstag ging’s dann frühmorgens um 7:30 weiter nach Hahei an der Ostküste – also einmal quer durch Coromandel. Um die Autofahrt möglichst schnell hinter uns zu bringen, wählten wir nicht den Highway, der einmal oben rum führt, sondern die Verbindungsstraße „309“.
Die Straße an sich ist schon eine einzige Sensation. Mit 30 und teilweise 50km/h sind wir über Schotter, im Zickzack vorbei an auf der Straße laufenden Kühen und mit höchster Vorsicht um Kurven gebogen, aus Angst von einem mit 80 oder mehr Sachen heranrasenden Einheimischen gerammt zu werden. War also eine echt aufregende Fahrt.

Gegen 11 Uhr sind wir dann schließlich in Hahei angekommen. Von hier aus sollte ein 2stündiger Wanderweg zum Cathedral Cove führen. Und hier trennten sich unsere Wege zum ersten Mal nach fast zwei Monaten. Kristin hatte keine Lust in der heißen Mittagshitze einen Walk zu machen und ich hatte keine Lust noch mehr Zeit im Auto zu verbringen, wollte was von Neuseeland sehen.
Wir beschlossen also uns auf dem Parkplatz vom Cathedral Cove zu treffen. Auch gut, statt zweistündigem wandern eben nur 30 Minuten laufen.
Letztendlich war ich nach 15 Minuten auf dem Parkplatz, bin wohl aber auch falsch abgebogen, da ich 5 Minuten an der Straße langgegangen bin…komische Beschilderung. War trotzdem mal schön ganz für sich alleine zu sein ;-)
Vom Parkplatz aus sagte uns ein Schild, dass man bis zum Cathedral Cove ungefähr 40 Minuten Marsch vor sich hätte. Wir zwei Durchtrainierten haben es sogar in 30 geschafft! :D Ich sag ja, komische Beschilderung.

Cathedral Cove – das Loch im Fels und dessen Lage – sind unglaublich schön!!
Der Strand ohne einen einzigen Stein, weit und breit keine Algen, glasklares, eiskaltes Wasser – wir hätten den ganzen Tag da verbringen können.

Aber wir wollten ja auch noch zum nahegelegenen Hot Water Beach, einem Strand an dem man sich während der Ebbe einen eigenen heißen (und zwar wirklich richtig heißen) Pool graben kann.
Da sich auch dieser Strand an äußerst großer Beliebtheit erfreut, war es ganz schön voll da.
Ein jeder rannte mit einem Spaten über den Strand zu dem 50m² großen Bereich, wo das heiße Wasser aus der Erde sickert.
Wir wollten selbstverständlich auch einen eigenen Hot Water Pool.
Da uns das Graben aber zu anstrengend und zeitraubend war, haben wir uns in das gemachte Nest gesetzt und den Pool eines deutsches Ehepaares übernommen. Heiß, aber mit der richtigen Mischung kalten Meerwassers super angenehm. Fast wie Wellness.
Nach relaxten 10 Minuten haben wir uns dann im wahrsten Sinne des Wortes in die Fluten gestürzt. So hohe Wellen habe ich noch nie zuvor gesehen!
Da Sand und ich aber nicht die besten Freunde sind, hatte ich nicht ganz so viel Spaß wie Kristin.

Alltag:
In Coromandel Town hat es eine Nacht übertrieben geregnet, so dass ich am nächsten Morgen auf einem nassem Bettlaken aufgewacht bin. Luke ist wohl nicht ganz dicht…
Am Hot Water Beach hatten wir mal wieder Strandduschen, die auch vollkommen zufriedenstellend gewesen wären, hätten wir nicht vorher im doch recht sandigen Hot Water Pool gesessen…

Leute:
Bei Mads haben wir Lea und Lena, zwei deutsche Mädels kennengelernt, die recht witzig drauf waren und uns einige Anekdoten aus ihrem Backpacker Leben erzählt haben.
Lena hatte beispielweise einen sechswöchigen Aufenthalt in den Bergen Queenstowns, wo sie bei einem Goldgräber (!) gefährlicherweise (!) nach Gold tauchen und graben musste.
Sie wurde allerdings nicht bezahlt – jedenfalls nicht mit Geld…sondern mit echtem purem Gold! Fanden wir ganz schön cool!!

Am Hot Water Beach plauderten wir abermals mit zwei Deutschen, die relativ unbeeindruckt von der Südinsel waren. Eine echte Seltenheit, da bisher jeder mit dem wir uns über Nord-und Südinsel unterhalten haben, meinte die Südinsel sei bei Weitem schöner und vielfältiger als der Norden.
Wahrscheinlich zählt die Aussage der beiden Mädels aber auch nicht wirklich, da sie ziemliche Australienfans waren und Neuseeland gar nicht wirklich erkunden wollten…

Lisa aus Auckland haben wir auch noch mal sehen dürfen J
Ich hatte ja schon in Auckland das kleine Problem, dass meine Bank mir eine neue Kreditkarte zukommen lassen wollte. Da ich aber keinen festen Wohnsitz hier in NZ habe und wir eine Zeitlang bei Lisa wohnen durften, wurde der Brief an Lisas Adresse geschickt. Da uns die Zeit aber auch ein wenig davon lief (beste Jobvorraussetzungen in Te Puke Anfang/Mitte März), mussten wir vor Ankunft des Briefes weiterreisen. Glücklicherweise überschnitten sich unsere Pläne mit denen Lisas und wir waren zeitgleich am Hot Water Beach.
So konnte ich meine Post aus Deutschland entgegennehmen und wir hatten noch eine letzte Gelegenheit uns von Lisa zu verabschieden.

Unser Befinden:
Kristin: froh Mads zu treffen, mit den Gedanken aber schon in Te Puke bei der Jobsuche
Sarah: kurze Heimwehphasen, froh Visa Card empfangen zu haben, verwirrt über verschiedene Meinungen die Südinsel betreffend

Unser Miteinander:
Bis auf unsere kurze Meinungsverschiedenheit was den Walk  bzw. Drive zum Cathedral Cove anging, verstehen wir uns immer noch ausgezeichnet. ;-)

Sonstiges:
Unsere Meinungen über Coromandel

Kristins Vorstellung von Coromandel Town als große Urlaubsstadt, von vielen weiten super schönen Stränden und mehr Ferienhäusern für urlaubswütige Aucklander – wurde weites gehend enttäuscht.
Sarahs Vorstellung von bewaldeten Bergen und Grün wurde ebenfalls enttäuscht.

Man muss aber sagen, dass Coromandel echt was hat und vor allem Cathedral Cove und der Hot Water Beach wirklich sehenswert sind!

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Dargaville (Mo. 15.02. bis Sa. 20.02.), Helensville (Sa. 20.02. bis So. 21.02.), Piha (So. 21.02) un

Events/ Attraktionen/ Sehenswürdigkeiten:

Am Montag, den 15.02. sind wir, nach einer kurzen Skype-Einheit Kristins, in Richtung Dargaville gestartet. Da Tane Mahuta, einer der größten und ältesten Kauri Bäume der Welt, direkt auf dem Weg lag, haben wir dort mittags gestoppt, geluncht und den wirklich riesigen Baum bewundert.
Am Mittwoch sind wir zu den Kai Iwi Lakes, etwas nördlich von Dargaville gefahren und haben dort den Tag verbracht. Die Lakes sind unglaublich schön! Umgeben von kristallklarem Wasser und puderweichem, weißen Sandstrand, der einen 50 oder 60 Meter breiten Gürtel im Wasser bildet, lässt es sich sogar in der Mittagshitze super aushalten.
Am schönsten war es, sich im Wasserliegend und doch 30 Meter vom Strand entfernt sonnen und dann weitere 20 /30 Meter in den See gehen zu können und im tiefen, dunkelblauen Wasser zu schwimmen. Super schön!

Irgendwann zwischendurch, während unserer langen, kurvigen und bergigen, serpentinenähnlichen Autofahrten auf dem Highway, der übrigens nichts im Vergleich zu deutschen Autobahnen ist [einspurig, mit passing lines (Überholspuren) alle 2km, durch die Walachei führend, umgeben von Schafen, Kühen und Truthähnen und natürlich mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 100km/h],
haben wir ein Kiwi – Straßenschild gesehen!!! Endlich!
Ich dachte hier wimmelt es nur so von diesen Warnschildern, aber das war weit und breit das einzige Kiwi Schild, was wir bisher zu Gesicht und unter die Linse bekommen haben.
Am Sonntag wollten wir zurück nach Auckland, haben aber noch einen kurzen Abstecher nach Piha, zum Lion Rock gemacht.
Der schwarze Sand hätte mir an Attraktion schon völlig gereicht, ich war super beeindruckt – hab schwarzen Sand vorher noch nie gesehen. Aber der Lion Rock war auch cool. Den sind wir dann beklettert, haben den Surferstrand von oben betrachtet und sind nach 1 ½ Stunden Aufenthalt wieder gefahren.

Montag, den 22.02., Dienstag und Freitag waren wir BIG Shoppen in Auckland. Geht echt gut hier. Die Stadt gefällt mir allgemein super gut – das man hier auch noch klasse shoppen kann, übertrifft alle Erwartungen.
Jetzt sind wir ausgerüstet mit neuen Tops, neuen Hotpants, neuen Bikinis, neuen Taschen und und und
Am Donnerstag haben wir dann auch endlich unsere letzte Vanhürde genommen.
Den neuseeländischen TÜV (Warrent Of Fitness) haben wir zuerst nicht bekommen, mussten daher drei/vier Sachen reparieren lassen, 140 Dollar (€ 70) bezahlen und nun könnten wir theoretisch bis August ohne irgendwelchen Autokrams durchfahren. Die Road User Charges (Diesel Autos müssen dafür zahlen, Neuseelands Straßen befahren zu dürfen) haben wir auch gekauft…für die nächsten 5000km und registriert sind wir auch bis August. So haben wir auch schon für die Nachbesitzer des Vans vorgesorgt und dürften keine weiteren Herausforderungen zu meistern haben.

Freitag waren wir dann noch auf dem „One Tree Hill“ – das Gras war aber leider schon strohig und nicht mehr saftig grün, so dass der gesamte Park mit seinem Denkmal in der Mitte nicht mehr ganz so ansprechend aussah. Chillen und braun werden konnte man dort jedoch genauso, wie anderswo.

Alltag :

Unser Alltag ist geprägt von komischen Träumen, sprechenden Kristins in der Nacht, philosophischen Gedanken („Was passiert nach dem Tod?&ldquo, Muskelkatern von zweiminütigen Wanderungen und zwischendurch mal so richtig geilen Burgern bei „Burger Fuel“ – wenn ich so einen jeden Tag essen würde, würde ich mit 100kg nach Hause kommen…aber das ist mir zu teuer :D
Beim Friseur war ich auch endlich. Die Haare sind ab. Ich find’s überwiegend gut…nur hinten ein wenig zu kurz und hoffe, dass sie sich diesmal mit dem Wachsen ein bisschen mehr Zeit lassen.

Leute:

Bei den Kai Iwi Lakes gab es zwei Camping Plätze. Da wir aber zu geizig waren dafür Geld auszugeben und außerhalb einen Parkplatz gesehen haben, auf dem man auch super übernachten kann, haben wir das dort getan, gratis wohlbemerkt. Am nächsten Morgen wurden wir von einem Domain Besitzer geweckt, der die Hand aufhielt und 20 Dollar verlangte. Wir haben ein bisschen auf dumm und unerfahren gemacht, gesagt, dass wir nicht so viel Geld und schon gar kein Bargeld dabei hätten. Das fand Mr. Domain Besitzer nicht so gut, meinte dann aber, dass sie im Camp ein Kreditkartengerät haben und wir doch bitte später vorbei kommen und unsere Schulden begleichen sollen. Als er dann wieder weggefahren ist, haben wir bösen, kleinen Mädchen doch tatsächlich überlegt einfach abzuhauen – das hat der Domain Besitzer aber anscheinend geahnt und kam prompt mit dem Kreditkartenleser vorbei gefahren. Na toll, wir waren mal wieder zu langsam – im Denken und im Handeln. „Ihr scheint ein bisschen knapp bei Kasse zu sein. Wollt ihr lieber ne halbe Stunde Müll sammeln, statt 20 Dollar zu bezahlen?“ Dieses überraschende Angebot des Domain Besitzers haben wir dann natürlich dankend und gerne angenommen. Das war ne super Alternative! Fanden wir richtig nett. Und 20 Dollar (10 Euro) für ne halbe Stunde Müll sammeln ist ein richtig guter Deal. Würde es in Deutschland nicht geben.

In Dargaville hatten wir Van Nachbarn – drei Jungs in unserem Alter, auch aus Deutschland, am Ende ihrer Neuseelandreise. Die haben uns dann 2 bis 3 Stunden beraten, wo man denn auf jeden Fall hin sollte und was man auf jeden Fall machen sollte. War richtig nett. Und hilfreich.

An einem Freitagabend, kurz bevor es in die Stadt zum Partymachen gehen sollte, haben wir bzw. Lisa und Jenny Besuch von drei Au-Pairs aus Amerika bekommen: Beth (24), Lauren (23) und Nicole(26). Lustige Weiber und typisch amerikanisch :D Als wir auf den Bus gewartet haben, wurden wir noch von einem angetrunkenen Mittvierziger angesprochen und zu einem Glas Wein in der Bar gegenüber eingeladen.
Seine Kumpels waren überaus begeistert, so ansprechenden weiblichen Besuch zu bekommen, waren jedoch etwas langsam was die Bestellung des Weines anging. So mussten wir während unseres Gespräches mit den Weintrinkern auf die Straße hetzen und unseren Bus anhalten.
Und dann ging’s auf zum Party machen. Dort hat mich dann ein Inder mit dem Namen Kev angesprochen, ich würde aussehen wie eine Marion von „Friends“ – die übrigens super sexy sei und genau, aber ganz genau die gleiche Frisur hätte wie ich.
Naja, jedenfalls hat er uns dann den Rest des Abends Getränke ausgegeben und ist kaum von meiner Seite gewichen. Der war auch ganz nett, hat Kristin und mir sogar einen Job in Queenstown besorgt – als Kellnerinnen in einem indischen Restaurant, dem Restaurant seines Bruders. Hat extra nachts für uns seinen Bruder aus dem Bett geklingelt. Darf man sich doch was drauf einbilden, oder?! :D

Unser Befinden:

Kristin: gut, motiviert Richtung Süden zu fahren und mehr zu erleben, aber auch traurig den Luxus hier bei Lisa in der Flat zu verlassen
Sarah: bin unmotiviert den Blog zu schreiben, hab schöne Haare und Lust noch mehr zu erleben, traurig den deutschen Frühling zu verpassen Unser Miteinander: Nichts aufregendes zu berichten…

Sonstiges: Wir haben mal wieder TV geguckt. Grey's Anatomy und Avatar! Voll das Highlight. =)

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Kaitaia

Kaitaia (So. 07.02. bis Mo. 15.02.), Wwoofing (Mo. 08.02. bis Fr. 12.02.)

Events/ Attraktionen/ Sehenswürdigkeiten:
Die Cape Reinga Tour: Mit einem Bus sind wir von Kaitaia Richtung Norden gestartet.
Der erste Stopp, das Kauri Gum Museum, war nicht ganz so spannend, wie die kleinen aber richtig, richtig schönen Buchten in denen wir Halt gemacht haben, um Fotos zu machen und unseren Energievorrat mit einem ausgedehnten Lunch wieder auf zu füllen.
Beim Cape Reinga angekommen, haben wir den Leuchtturm angeguckt und den Zusammenprall der Tasmanischen See und des Pazifiks bestaunt. Ganz schön cool!
Danach ging’s weiter Richtung Ninety Mile Beach.
Auf den Te Paki Giant Sand Dunes, die auf dem Weg lagen, waren wir mit schlittenähnlichen Surfbrettern surfen, hatten einen riesen Spaß und viel Sand im Getriebe :D.
Der Ausblick war auch mehr als atemberaubend.
Als ob wir in der Wüste gelandet wären – rechts Sand so weit das Auge reicht und links Grünlandschaft und Wasser.
Zurück ging’s dann den Ninety Mile Beach entlang – einem vllt. 60m breitem Sandstrand, den man während der Ebbe problemlos mit Bus oder Jeep befahren kann.
Mit 80 Sachen bringt selbst so eine lange Busfahrt Spaß!
Abends waren wir dann auch ganz schön platt, haben den Tag aber in vollsten Zügen genossen!

Alltag (Duschen, Toiletten, Wasser, Essen):
Nach dem ereignisreichen, schwitzigen und sandigen Tag am Cape Reinga brauchten wir erst einmal eine Dusche. Da es hier keine öffentlichen gibt, sind wir kurzerhand ins Schwimmbad und haben uns dort noch eine entspannte halbe Stunde erfrischt.

Leute:
Nachdem wir bei Pack’n’Safe einkaufen waren, wurden wir von einem Mann angesprochen. Er stellte sich als Dave vor und verkündete uns, dass der „Heiler“ in der Stadt sei. Wir sollten doch um 19 Uhr unbedingt in den Park kommen und uns das angucken. Wir also hin da. Hatten ja eh nichts Besseres zu tun – außerdem hatten wir keine Ahnung was uns erwarten würde und waren einfach neugierig. Der Heiler war ein Gildo Horn Verschnitt, las Stellen aus der Bibel vor, kam übertrieben aggressiv und gehetzt rüber (als Kind hätte ich ernsthaft Angst gehabt) und schnauzte eine Frau an, sie solle ihn nicht unterbrechen, wenn er redet (obwohl er vorher angeboten hat, jeder der etwas zu sagen habe, solle es allen mitteilen). Wir fanden den Heiler nicht so toll und auch nicht was er so erzählt hat – war ziemlich viel widersprüchlich. Wir sind dann auch schon nach anderthalb Stunden, vor dem Abendmahl, gegangen und können euch leider  nicht erzählen, ob er wirklich ein Heiler ist oder bloß ein aggressiver, fanatischer Schwätzer (ich übertreibe nicht, es war wirklich so!).

Werner Dekarski haben wir bei McDonalds (ich brauchte Fleisch) getroffen. Der hat uns spontan angeschwätzt und wollte wissen, ob wir deutsch sind, wie die geistliche Lage in Deutschland ist und wie lange wir hier in Neuseeland sind. Er legte uns an Herz seine Website wernerdekarski.net zu besuchen oder ihn zu googlen – er sei eine wichtige Person. ;-)

Unser Befinden:
Kristin: gut
Sarah: gesättigt, heiß

Unser Miteinander:
Problemlos, nach kurzem Streit Aussprache: Sarah muss lauter reden und Kristin in einem anderen Ton
J Bislang klappt’s ganz gut und wir sind wieder glücklich.

Sonstiges:
Wäsche waschen war mal wieder dran –Jetzt ist  (fast) alles wieder sauber und gut riechend.

 

 

2 Kommentare 16.2.10 04:25, kommentieren

WWOOFING – unser erstes Mal

Wir hatten einen Wwoof Platz! Endlich!
Nach zahlreichen Telefonaten und Emails hat uns „Gentle World“ in Victoria Valley, in der Nähe von Kaitaia angenommen.
„Gentle World“ ist eine Gemeinschaft aus Leuten, die den Sommer über in Neuseeland verbringen und auf einer Farm zusammen leben und arbeiten. Alle Mitglieder dieser Gemeinschaft leben und ernähren sich vegan – klang interessant.

Und das war es auch!!!

Tag 1
Montagmittag sind wir in „Gentle World“ angekommen und haben die wichtigsten Personen und Regeln kennengelernt.
Sun, Light, Angel, Golden, Soul, Magic, Sky, Flower, Summer, Deer, Bird, Phil mit seinen drei Hunden Lisa, Lena und Bow und die beiden britischen Wwoofer Sam und Joe machten trotz ihrer merkwürdigen Namen einen netten Eindruck.
Und dann fing die Arbeit auch schon an: Fegen, Wischen, Kohl schneiden, einen Pflug mit Drahtbürsten entrosten, Wasserflaschen auffüllen, Bohnen ernten, Rasenkanten begradigen (was mit einem Spaten wesentlich einfacher und schneller gewesen wäre) und Kartoffeln klein schneiden.
Damit war unsere Arbeit für den Tag getan und wir konnten in den „Pool“.

Der „Pool“ war eine etwas tiefere Stelle im nahegelegenen Bach, in dem Wwoofer sich waschen sollten - mit heißem Wasser wird in „Gentle World“ sehr sparsam umgegangen.
Der „Pool“ war auch schweinekalt, aber nach der Arbeit waren wir dankbar für etwas Duschähnliches. Um 18 Uhr gab’s dann Essen: Kartoffeln, Bohnen, Zucchini, Grünkohl mit leckerer Soße – lecker.

Tag 2
Die erste Nacht war anstrengend. Wir mussten beide vier Mal in den Busch (auf’s Klo durften wir ja nicht) – das veganische Essen drückte wirklich auf die Blase.
Aber geschlafen haben wir eigentlich ganz gut. Um 9 Uhr sind wir dann ins Haus zum Frühstücken. Es gab Oatmeal – Haferflocken, Äpfel, Rosinen und einen Milchersatz aus Sonnenblumenkernen. War sogar leckerer als das von unseren Van-Nachbarn.
Unsere Aufgaben für heute waren: Auto putzen (ohne Staubsauger), das „Bird House“ (der Camperwagen, der ursprünglich für unsere Nächte gedacht war) schrubben, die Hauswände abwaschen (Beschäftigungstherapie), Spinnen jagen (war richtig witzig), den Obstschuppen aufräumen und die Vorratskammer sortieren.
Nach dem Lunch (Reiswaffeln mit Erdnussbutter unbedingt probieren!) hat uns Bird gezeigt, wie man aus „gluten flour“ (=Glutenmehl) Fleischersatz macht. Interessant.
Abends gab es heiße Schokolade und den Film „A life connected“ (gibt’s bestimmt auf YouTube). War beides ganz nett.
Nachts wieder oft im Busch gewesen und Kristin hat Opossums gehört.

Tag 3
Nach dem Frühstück hab ich mich vor dem Abwasch gedrückt und Bird in eine Diskussion über veganen Lebensstil verwickelt.
Ich hab dann noch kurz eine Camperwagentür abgeschmirgelt und dann sind wir mit Deer quer Feld ein und haben „ragury (?)“ entwurzelt. Die Blumen sind übrigens fälschlich aus Australien nach Neuseeland gekommen, sind für Kühe giftig und werden eigentlich aus der Luft mit Gift bekämpft. Da „Gentle World“ aber „organic“ funktioniert, müssen die Blumen per Hand ausgerissen und vernichtet werden. War ganz schön anstrengend.
Deer war die ganze Zeit nackt – etwas gewöhnungsbedürftig, aber wenn man, wie sie, ständig in der Natur ist und niemand sonst in der Nähe ist, wahrscheinlich naheliegend. Mit ihr haben wir uns über deutsche und amerikanische (die Leute von „Gentle World“ sind im Winter in Amerika) Politik und Veganer unterhalten.
Abends gab’s selbst gebackenes Brot, was unbeschreiblich gut geschmeckt hat. Das beste was ich je gegessen habe! Aber leider viel zu wenig…
In der Nacht war wohl ein Opossum neugierig auf unseren Van und hat den genauer unter die Lupe genommen. Die Geräusche sind ein wenig beängstigend gewesen – die fauchen auch ganz komisch.

Tag 4
Kristin und ich haben unser erstes Oatmeal gemacht – ein bisschen zu wässrig, aber lecker.
Anschließend waren wir mit Magic unterwegs und haben harte körperliche Arbeit geleistet:
Komposthaufen umschaufeln und dabei ekelige Gase einatmen; das dann um Bäume streuen und die Toilette entleeren (die benutzen hier sowas wie Sägemehl, dadurch riecht das kaum), Unkraut zupfen und Bohnen ernten. Wir haben dann noch in der Küche geholfen und sind wieder in unseren „Pool“ gesprungen.
Abends mussten wir uns dann noch einen Film angucken „Peacable Kingdom“…im Gegensatz zum ersten, der über die Vorteile vom veganischen Lebensstil handelte, mussten wir uns bei diesem Film Bilder von verkrüppelten Tieren in Massenzuchtfarmen und deren Haltung angucken.
Ich hasse sowas und hab es mein Leben lang geschafft solchen Bildern und Filmen auszuweichen, weil ich wusste, ich würde mich dabei egoistisch und naiv fühlen – es tut mir echt leid, aber mir schmeckt Fleisch einfach zu gut – aber einem Veganer so etwas zu sagen, ist nicht so easy. Ich war nach dem Film auch echt aufgewühlt (sauer auf die, dass die uns den Film zeigen, sauer auf mich, dass ich geheult habe, dass ich so egoistisch bin und nochmal sauer auf die, weil die uns am nächsten Morgen garantiert darauf ansprechen würden).

Tag 5 (Abreise)
Der Tag begann mit Regen. Wie im Urwald – gerader, herunter prasselnder Regen. Schön!
Beim Frühstück wurden wir dann auch nach unserer Meinung zu dem Film befragt. Ich hab die Frage ignoriert und Kristin hat auch nur knapp geantwortet. Auf eine Diskussion hatten wir beide absolut keine Lust – und auf Englisch wäre das vllt. auch ein bisschen schwierig geworden.
Gegen 10:30 Uhr sind wir zurück nach Kaitaia gefahren.

Andere Auffälligkeiten und Assoziationen:
Es gab ein kleines Häuschen, dass NUR für große Geschäfte benutzt werden sollte; alles andere sollte möglichst im Busch (wo immer wir wollten) erledigt werden; die Leute sonnen sich nackt; das Gebiet ist riiiesig; die Leute leben in Camperwagen und nutzen das Haus als Gemeinschaftsraum; der Sternenhimmel ist hammer – man sieht die Milchstraße super deutlich und viel mehr Sterne als anderswo; Gemüsegärten, Apfel-, Birnen-, Bananen-, Mandarinenbäume, Zucchini, Melonen, Mais…und vieles mehr; Deer läuft gerne nackt rum; Opossum-Gebiet, kleine giftige weiße Spinnen, veganes Essen ist lecker; hatte nicht das Gefühl, dass die uns überzeugen wollen Veganer zu werden…

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Wwoofen eine tolle Erfahrung war.
Das Verhältnis zwischen Arbeit gegen Kost und Logie ist genau richtig gewesen und die Leute waren alle sehr nett. Die vegane Einstellung ist eigentlich kein Problem gewesen, ich hätte allerdings lieber mit denen darüber geredet, als solche Filme anzugucken – wäre fürs Englisch besser gewesen und für mein Wohlbefinden.
Das wird sicher nicht unser letztes Wwoofing gewesen sein!!!

1 Kommentar 12.2.10 22:03, kommentieren

Aus dem Leben zweier Backpacker

Ich dachte mir, dass es langsam langweilig (und für mich anstrengend) wird, jeden einzelnen Tag einigermaßen ausführlich zusammenzufassen.
Aus diesem Grund habe ich mir Kategorien überlegt, in denen ich die Wichtigsten Ereignisse festhalte. Falls ihr noch Anregungen für andere Kategorien habt, immer her damit ;-)

Kerikeri (Mo. 01.02. bis Fr. 05.02.), Tauranga Bay (Fr. 05.02. bis So. 07.02.)

 

Events/ Attraktionen/ Sehenswürdigkeiten:
Nach Kerikeri wollten wir, wegen der Rainbow Falls und dem Maori Dorf „Rewa’s Village“.
Das Maori Dorf haben wir am Donnerstag besichtigt. Für NZD 5,- konnten wir uns einen Film über die Geschichte Rewas (einem Maori Häuptling) und der Entstehung seines Dorfes angucken. Im Preis inbegriffen war eine Besichtigung des Dorfes. Das Dorf war wieder kleiner als wir es uns vorgestellt haben…es bestand aus kleinen Strohhütten, einem verwilderten Garten und…Bäumen. Viel gab’s da nicht zu sehen. Wir hatten etwas mehr erwartet…aber gut, eine kleine Spende für die nette Dame an der Kasse!

Freitag ging’s zu den Rainbowfalls.
Richtig hammer geile Wasserfälle, die in einem geschützten Park liegen.
Da das Wetter schön, das Wasser angenehm kühl war und man auf Steinen im Fluss direkt zu dem Wasserfall und dessen Kante klettern konnte, blieben wir fast den ganzen Tag da.
Außerdem haben wir einen netten Neuseeländer (David) kennengelernt, zwei Stunden lang mit ihm geplaudert und schöne Fotos gemacht (wir hatten Glück und haben sogar einen Regenbogen in den Wasserfällen gesehen).

David hat uns den Tipp gegeben auf unserer Weiterfahrt den Strand von Wainui anzusehen – einen der schönsten Strände Neuseelands. Mhm, Kristin ist vor Aufregung dran vorbei gefahren und da die Straßen so kurvenreich sind und ein Umkehrmanöver ziemlich nervenaufreibend sein kann, sind wir einfach zum benachbarten Strand 5km weiter gefahren (sooo ein großer Unterschied kann da ja nicht sein). Und wir hatten recht. In Te Ng…(hab den Namen vergessen) hatten wir DIE PERFEKTE Aussicht (auf der Karte auch One Million Dollar View genannt) auf den Strand und die Bucht. Einfach unglaublich - von Bergen auf das weiter Meer und den gelben Strand zu blicken und einfach nur zu denken: GEIL! =)

Alltag (Duschen, Toiletten, Wasser, Essen):
In Kerikeri war die Wasserbeschaffung leicht. Es ist zu betonen, dass dies nicht überall der Fall ist…
Neben unserem Parkplatz war ein Cricketclub, dessen Garten mit einem Wasserschlauch ausgestattet war. Den haben wir dann einfach zweckentfremdet, unsere Haare gewaschen und Trinkwasser nachgefüllt; leider nicht ganz Chlorfrei, aber immerhin frisch.

Was Toiletten anging, so hatten wir auch Glück. 10 Meter entfernt gab es öffentliche, die von 8 bis 20 Uhr geöffnet waren – auch keine Selbstverständlichkeit!

Duschen - das ist ein Luxus, den man sich nicht immer leisten kann.
Klar gibt es die Möglichkeit in Backpackern zu fragen, ob man die Duschen gegen drei / vier Dollar benutzen darf, aber wenn man sparsam leben möchte und keine Backpacker in der Nähe sind, muss man auch mal darauf verzichten können.
So haben wir uns einen ganzen Tag der Suche nach Duschen gewidmet und waren glücklicherweise erfolgreich. Wir haben ein Schwimmbad gefunden! Das Wetter war auch wieder echt heiß, sodass uns ein Bad mehr als gut getan hätte. Wir also hin da - mit vollen Taschen, Handtüchern, Shampoo und Picknick bewaffnet - und Tore geschlossen. Wir waren ein wenig verwirrt, da trotzdem fünf Leute baden waren – naja, war wohl Sonderveranstaltung. Die nette Besitzerin hat uns dann aber trotzdem reingelassen und wir durften sogar Eintritt zu bezahlen die warmen Duschen benutzen!

Zum Abendbrot haben wir diesmal Corned Beaf ausprobiert. Das hat aber leider nicht so ganz geklappt, wie wir uns das gedacht haben – irgendwie ist das in der Pfanne zerfallen und sah mehr nach Hackfleischsoße aus, als nach Fleischscheiben. Man konnte es essen – aber wir müssen das noch perfektionalisieren.

Leute:
Bei unserem Ausflug zu den Rainbowfalls haben wir David, einen sehr netten Uniprof aus Hamilton, kennengelernt.
Mit dem Mittfünfziger haben wir uns über deutsche Geschichte (war ja klar, dass man darauf angesprochen wird), neuseeländische Kultur, neuseeländische Städte und Sehenswürdigkeiten unterhalten. Zum Schluss hat er uns zu sich nach Hamilton eingeladen, um auf seiner Couch zu schlafen (Couchsurfing = Leute, die in Neuseeland wohnen bieten Reisenden ihre Couch zum Schlafen an) und ein Rugby-Spiel anzugucken (a „must-do“ when you are in New Zealand).
In der Tauranga Bay hatten wir Van Nachbarn, Neuseeländer, die uns eines morgens typisch neuseeländisches Oatmeal (Haferflocken mit Apfel- und Rosinenstückchen in Wasser aufgewärmt) angeboten haben. War echt lecker!

Unser Befinden:
Sarah: gut mit Glücksgefühlen bei den Rainbowfalls und Freude darüber, schon Connections (Dave aus Hamilton) zu haben, in der Hitze manchmal Sehnsucht nach Schnee zu Hause

Kristin: freut sich über das Sommerwetter ihre braunen Füße

Unser Miteinander:
Wie zu Hause auch. Kommen gut bis sehr gut miteinander klar und zicken uns bei Meinungsverschiedenheiten (bspw. Den Weg betreffend) hin und wieder an. Beim Kniffel und Rommé spielen geht’s aber erstaunlicherweise doch ganz zivilisiert zu.

Sonstiges:
Neulich saßen wir in unserem Van, haben uns unterhalten und 7 Meter von uns entfernt, hinter einem Maschendrahtzaun, musste ein älterer Cricketspieler so dringend seine Blase entleeren, dass es ihm scheinbar vollkommen egal war, dass wir kleinen Mädchen mehr als nur seine Unterhose sehen konnten…

Wenn man im Waschbecken Wasser ablaufen lässt, dreht sich der Strudel gegen den Uhrzeigersinn!
(Wir bitten um Kontrolle des Reiseführers, der andeuten lässt, dass Wasser auf der Nordhalbkugel im Uhrzeigersinn abläuft&hellip

1 Kommentar 12.2.10 22:02, kommentieren


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